DGSF zertifizierte Paartherapie-Weiterbildung

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DGSF zertifizierte Paartherapie-Weiterbildung

Als Institutsleitung schaue ich regelmäßig auf zwei Dinge zugleich: auf gesellschaftliche Entwicklungen und auf die Fragen, die Fachkräfte aus Beratung und Therapie an uns herantragen. In den letzten Jahren wurde dabei eines immer deutlicher: Die Nachfrage nach fundierter, reflektierter und zeitgemäßer Paartherapie wächst und mit ihr der Bedarf an qualifizierten Weiterbildungen, die dieser Komplexität wirklich gerecht werden.

Genau aus dieser strategischen Perspektive heraus starten wir 2027 unsere DGSF-zertifizierte Aufbauweiterbildung Systemische Paar*Therapie und -Beratung.

Paarbeziehungen sind längst nicht mehr eindimensional. Unterschiedliche Liebes- und Lebensformen, veränderte Rollenbilder, Fragen von Macht, Gleichberechtigung, Sexualität und Care-Arbeit prägen die Praxis von Berater:innen und Therapeut:innen jeden Tag. Wer heute mit Paaren, Partner:innen oder Polykülen arbeitet, braucht mehr als klassische Gesprächsführung. Es braucht systemische Tiefe, Haltung und die Fähigkeit, komplexe Prozesse sicher zu begleiten.

Unsere Weiterbildung orientiert sich an den Richtlinien der DGSF und richtet sich an Fachkräfte aus dem therapeutischen, psychosozialen und freiberuflichen Bereich, die ihre systemische Kompetenz gezielt erweitern möchten. Sie vermittelt vertiefende Kenntnisse in der Arbeit mit Paaren und legt dabei großen Wert auf Prozesssteuerung, Selbstreflexion und persönliche Entwicklung.

Strategisch ist diese Weiterbildung für uns ein wichtiger Schritt, um unser Portfolio sinnvoll zu erweitern und gleichzeitig unser Lehrenden-Netzwerk auszubauen. Wir holen erfahrene Kolleg:innen mit unterschiedlichen fachlichen, kulturellen und persönlichen Perspektiven ins Institut, weil wir überzeugt sind, dass genau diese Vielfalt Qualität schafft – im Lernen ebenso wie in der späteren Praxis unserer Teilnehmenden.

Inhaltlich steht ein systemischer Ansatz im Mittelpunkt, der Pluralität anerkennt und Entwicklung ermöglicht. Krisen verstehen wir nicht als Störung, sondern als Übergänge, in denen alte Beziehungsmuster nicht mehr greifen und neue entstehen können. Die Weiterbildung bietet einen klaren Rahmen, um Beziehungskonzepte zu reflektieren, neu zu konstruieren und lösungsorientierte Wege zu entwickeln, die Sicherheit und Freiheit in Liebesbeziehungen gleichermaßen berücksichtigen.

Besonders wichtig ist uns dabei die Haltung: queer, feministisch, kultursensibel und machtkritisch. Systemische Paar*Therapie bedeutet für uns auch, gesellschaftliche Kontexte mitzudenken und Paararbeit als einen Ort zu begreifen, an dem soziale Realität verhandelt wird. Liebe, Sexualität und Partnerschaft dürfen und müssen neu gedacht werden.

Die Weiterbildung erstreckt sich über etwa zwölf Monate und umfasst rund 380 Unterrichtsstunden. Blockveranstaltungen im Abstand von sechs bis acht Wochen sowie begleitende Selbsterfahrungsanteile ermöglichen sowohl fachliche Vertiefung als auch persönliche Entwicklung – beides halten wir für unverzichtbar in der Paartherapie.

Warum wir diesen Bereich so klar stärken? Weil Paar- und Beziehungsarbeit ein zentrales Feld professioneller Beratung ist – heute mehr denn je. Sie berührt Identität, Zugehörigkeit, Macht und Verantwortung und verlangt nach hoher fachlicher Qualität und innerer Klarheit.

Wenn Du prüfen möchtest, ob diese Weiterbildung für Dich der nächste sinnvolle Schritt ist, lade ich Dich herzlich zu unseren Info-Veranstaltungen ein. Dort stellen wir Konzept, Struktur und Lehrende vor und kommen miteinander ins Gespräch.