ADHS und ADS zeigen sich bei Frauen häufig anders als bei Männern. Während das klassische Bild von ADHS lange von äußerer Unruhe, Impulsivität und auffälligem Verhalten geprägt war, erleben viele Frauen ihre Symptome eher nach innen gerichtet. Gedankliches Chaos, emotionale Überforderung, Erschöpfung, Selbstzweifel und das Gefühl, ständig mehr leisten zu müssen als andere, um „mithalten“ zu können, stehen oft im Vordergrund. Diese weniger offensichtlichen Symptome werden häufig durch hohe Anpassungsleistungen überdeckt, gesellschaftlich sogar belohnt, und genau das führt dazu, dass ADHS bei Frauen auch heute noch deutlich seltener und oft erst sehr spät diagnostiziert wird.
Die Folgen sind gravierend. Ohne passende Diagnose fehlt häufig der Zugang zu einer angemessenen therapeutischen Begleitung, das Selbstbild leidet, und nicht selten entwickeln sich zusätzliche psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen oder chronische Erschöpfung. Viele Frauen tragen jahrelang das Gefühl in sich, „nicht richtig“ zu sein, obwohl sie in Wahrheit enorme Kompetenzen und Ressourcen mitbringen.
Warum eine geschlechtersensible Perspektive auf ADHS so wichtig ist
Ein überwiegend männlich geprägtes prototypisches Verständnis von ADHS greift für Frauen schlicht zu kurz. Biografische Anforderungen, Rollenbilder, hormonelle Einflüsse und gesellschaftliche Erwartungen wirken auf das Erleben von ADHS bei Frauen in besonderer Weise ein. Eine geschlechtersensible Diagnostik berücksichtigt genau diese Zusammenhänge und eröffnet damit neue Möglichkeiten für eine passgenaue Behandlung und Begleitung.
Der zweistündige Online-Vortrag „ADHS & ADS bei Frauen“ von Christa Koentges setzt genau hier an. Er bietet eine fundierte fachliche Einordnung und beleuchtet aktuelle Perspektiven auf die geschlechterspezifischen Ausprägungen von ADHS und ADS. Dabei geht es nicht nur um Symptome, sondern auch um Lebenssituationen, innere Strategien, Ressourcen und individuelle Stärken von Frauen mit ADHS.
Für wen ist die Veranstaltung gedacht?
Der Vortrag richtet sich an Therapeut:innen, Berater:innen und Coaches, an Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen und medizinischen Arbeitsfeldern sowie an interessierte Personen mit fachlichem oder persönlichem Bezug zu ADHS und ADS bei Frauen. Ganz gleich, ob du mit betroffenen Frauen arbeitest oder selbst betroffen bist, dieses Wissen schafft Klarheit, Verständnis und neue Handlungsspielräume.
👉 alle Infos unter https://istb-rheinmain.de/adhs-ads-bei-frauen/








