ADHS verändert sich im Laufe des Lebens, von der Kindheit über die Pubertät bis ins Erwachsenenalter und an den Arbeitsplatz. Dieser Fachtag nimmt den gesamten Entwicklungsbogen in den Blick und zeigt, wie sich Symptome, Selbstbild und Beziehungen über die Zeit wandeln. Im Fokus stehen sensible Übergänge: Schule, Pubertät, Ausbildung, Studium und Berufsleben. Die Teilnehmenden erhalten neurobiologische, psychologische und systemische Perspektiven sowie konkrete Hilfen für Beratung, Therapie, Pädagogik und Coaching.
ADHS ist kein statisches Phänomen, sondern zeigt sich in jeder Lebensphase anders. Während in der Kindheit oft Unruhe und Aufmerksamkeitsprobleme im Vordergrund stehen, verschiebt sich der Schwerpunkt im Jugendalter hin zu innerer Anspannung, Identitätsfragen und erhöhtem Risikoverhalten. Im Erwachsenenalter treten dann Themen wie Selbstorganisation, Beziehungen, berufliche Leistungsanforderungen und Burnout-Gefährdung hinzu.
Dieser Kongress richtet den Blick bewusst auf Übergänge: vom Kindergarten in die Schule, von der Kindheit in die Pubertät, vom Jugendalter in Ausbildung, Studium und Arbeitswelt. Wir fragen: Wie verändern sich Symptome, Deutungen und Diagnosen? Welche Rolle spielen Familie, Schule, Peers, Betriebe und Fachkräfte? Und wie können wir Menschen mit ADHS so begleiten, dass aus Problemgeschichten Entwicklungswege mit Handlungsspielraum werden?
Mit Beiträgen aus Neurobiologie, Entwicklungspsychologie, systemischer Beratung und Praxisbeispielen aus Schule, Jugendhilfe, Therapie, Coaching und Arbeitswelt erhalten die Teilnehmenden fundiertes Wissen und konkrete Tools für ihren Alltag.
Für diesen Kongress wird eine Akkreditierung durch die Psychotherapeutenkammer Hessen beantragt.
Kongress-Ablauf:
09:00 – 09:30 Uhr: Ankommen und Eröffnung Einführung ins Thema „Lebensverlauf und Übergänge bei ADHS“.
09:30 – 10:30 Uhr: ADHS in Kindheit und Schule: Entwicklungsaufgaben, Symptome und Beziehungsgestaltung. Frühe Auffälligkeiten, Bindung, Regulation, Zusammenarbeit mit Eltern und Schule.
10:45 – 11:45 Uhr: Pubertät, Identität und ADHS: zwischen innerem Chaos, Risiko und Selbstfindung. Umbauprozesse im Gehirn, Identitätsentwicklung, „Null-Bock“, Risiko- und Suchtverhalten, Peers, Autonomie, Konflikte mit Familie und Schule.
12:00 – 13:00 Uhr: ADHS im Erwachsenenleben und am Arbeitsplatz: Neurodivergent leben und arbeiten. Symptomlage im Erwachsenenalter, Diagnostik, komorbide Störungen, Arbeitswelt (Struktur, Kommunikation, Reizumgebung), Ressourcen und Stärkenfokus.
13:00 – 14:00 Uhr: Mittagspause
14:00 – 16:00 Uhr: Workshops
Workshop 1: ADHS in der Pubertät begleiten: Praktische Ansätze für Eltern, Schule, Jugendhilfe, Therapie: Emotions- und Impulsregulation, Umgang mit Risiko, „Null-Bock“, Mediennutzung, Beziehung halten.
Workshop 2: ADHS und Arbeitsplatz – individuelle Strategien und organisationale Lösungen: Selbstmanagement-Tools, Reizreduktion, klare Kommunikation, Anpassungen von Arbeitszeiten und Aufgaben, Rolle von Führung und Kolleg:innen.
Workshop 3: Systemisch arbeiten im Lebensverlauf: Genogrammarbeit und Lebenslinien, Geschichten über ADHS in Familie, Schule, Betrieben, Übergänge systemisch begleiten (z.B. Schule–Ausbildung–Beruf).
Workshop 4: Diagnostik und Differenzialdiagnostik über die Lebensspanne: Was ändert sich in den Kriterien? Wie vermeidet man Fehldiagnosen (z.B. Persönlichkeitsstörung, Depression) und verpasste Diagnosen im Erwachsenenalter?
16:00 – 17:00 Uhr: Fachgespräch „Lebenslange ADHS? Übergänge, Brüche und neue Chancen“ Kontinuität der Versorgung, Brüche an Übergängen, Rolle von Schule, Betrieben und Systemik
17:00 – 17:30 Uhr: Abschluss Resümee, Ausblick, Raum für Vernetzung.
Informationen zu den referierenden Personen folgen. Wenn Sie auf dem Laufenden gehalten werden wollen, abonnieren Sie gerne HIER unseren Kongress-Newsletter:



