Im Mittelpunkt dieses Online-Seminars steht die konkrete Praxis: reale Situationen aus Schule, Beratung, Jugendhilfe oder Therapie, in denen Dynamiken kippen, Interventionen verpuffen oder gut Gemeintes die Lage verschärft. ADHS wird dabei nicht als festes Störungsbild betrachtet, sondern als dynamischer Regulationsprozess, der sich je nach Kontext, Beziehung und innerem Zustand unterschiedlich zeigt.
Ausgehend von einem gemeinsamen neurobiologischen Referenzrahmen wird an konkreten Fällen gearbeitet mit der Frage, welche Interventionen, Strukturen und Beziehungsangebote situativ passend sein könnten.
Gleichzeitig richtet das Seminar den Blick konsequent auf die Personen im Helfersystem selbst. Eigene Reaktionen auf Unruhe, Impulsivität oder Widerstand werden fachlich eingeordnet. Die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren, Spannungszustände auszuhalten und bewusst nicht sofort zu handeln, wird als zentraler Teil professioneller Wirksamkeit verstanden.
Gearbeitet wird fallbezogen, dialogisch und mit Raum für Reflexion. Eingebrachte Fälle werden gemeinsam betrachtet, sortiert und eingeordnet, mit dem Ziel, Handlungssicherheit und innere Klarheit zu entwickeln.
Das Seminar eignet sich besonders für Fachkräfte, die bereits über Grundwissen zu ADHS verfügen oder an einem entsprechenden Fachtag teilgenommen haben und ihre Arbeit differenzierter, sicherer und nachhaltiger gestalten möchten. Es bietet Raum, eigene Muster zu erkennen, Interventionen bewusster zu wählen und die eigene Rolle im professionellen Handeln weiter zu schärfen.
Inhalte:
- Zentrale neurobiologische Annahmen als Arbeitsgrundlage
- Einordnung von Bewegung, Beziehung und Struktur als Regulationsangebote
- Abgrenzung: ADHS, Stressreaktionen, emotionale Überforderung
- Arbeit mit konkreten Fällen der Teilnehmenden
- Sprache, Präsenz und Beziehung in hochdynamischen Situationen



